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DDR-Historie: Geschichten

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  #31 (permalink)  
Alt 10.02.2006, 18:12
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Standard AW: DDR-Historie: Geschichten

Europa Cup finale 87 Lok gegen Ajax amsterdam in athen, es durften gerade mal 1000 Linientreue die mit fussball nichts am Hut hatten hinfahren zuvor das Halbfinale gegen bordeaux vor 100 000 Zuschauern im Zentralstadion selbstverständlich durfte man da auch nicht hin zum Hinspiel nach Frankreich.
saison 88/89 lok- ssc neapel mit Maradona ihr könnt euch nicht vorstellen was da schon zum Training von neapel los war wegen Diego einfach unglaublich.
Mir fällt noch ein EC Spiel ein Lok gegen werder wo es nach dem Spiel zu kurzen Kämpfen kam als die mitgereisten Bremer zu ihren Bussen wollten und uns mit Pfennig Stücken beschmissen haben.
Die schönste Fahrt war immer Rostock, der zug fuhr 0:17Uhr glaub ich von Leipzig ab und man kam 6 Uhr 30 rum in rostock an. danach ging es auf den Fischmarkt und dann in eine Kneipe von der man dann zum stadion machte. Es knallte den ganzen Tag über .
Kann mich auch an Spiele beim bfc erinnern wo wir immer recht gut aussahen aber wenn der bfc zu uns kam gab es des öfteren vor den helm.
wenn lok ein heimspiel hatte wo keine gegner da waren entschied man sich meist auf den Bahnhof zu fahren und zu schauen wer ankam und umsteigen musste, und hoffte das eventuell Magdeburger, erfurter oder andere gute Mobs kamen.In den Nachrichten und zeitungen war von irgendwelchen Ausschreitungen beim Fussball nie etwas zu hören da es ja das Problem mit "Fussball Rowdies" im Osten offiziell nicht gab.
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Alt 10.02.2006, 18:48
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Standard AW: DDR-Historie: Geschichten

Für alle Veteranen hier mal nen Video wo man die Befis in Rostock einfallen sieht. Ausserdem noch Dresden- Belgrad viel Spaß
http://rapidshare.de/files/8894655/r...esden.avi.html
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  #33 (permalink)  
Alt 15.02.2006, 18:02
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Standard AW: DDR-Historie: Geschichten

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  #34 (permalink)  
Alt 15.02.2006, 23:15
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Standard AW: DDR-Historie: Geschichten

Kühler Link.

Das dort beschriebene Match war echt ein Megahammer!

Zur Vorgeschichte muß man eigentlich nicht mehr viel erzählen. Bei den Spielen zwischen Erfurt und Jena ging´s immer ab, dass es eine wahre Pracht war. Im Nachhinein überrascht es mich noch immer etwas, wie gut Carl Zeiss Jahrelang gegen die Rot-Weissen aussah, die wirklich einen erstklassigen Pöbel am Start hatten und noch immer haben.

Würde zu dem Thema mal sagen, dass es, zumindest in meiner Zeit, über den Daumen pari ausging. Bei der Entfernung und dem Hasspotential war stets von beiden Seiten ein gewaltiger Mob zu Gast. Würde sagen, so um die 3.000 - 4.000, was seinerzeit für Ostverhältnisse der absolute Wahnsinn war. Das Jena als 100.000-Einwohner-Stadt generell, aber auch insbesondere gegen den Erzrivalen oft recht konkret aussah, macht mich im Nachhinein schon stolz.

Bei besagtem Match kam plötzlich der gesamte Erfurter Mob während des Spiels in Bewegung. Auf einmal rannte nahezu alles von denen durch unsere Gegengerade, wo überwiegend "Normalos" standen, auf unsere Kurve zu. Eilig versuchten noch einige Ordner Jenenser Zaunfahnen zu retten, bevor sie in Feindeshand fielen.

Zunächst war der größte Teil unserer Kurve auf der Flucht. Als man sich wieder sammelte, mußte man den herbeieilenden Erfurtern auch gar nicht mehr weit entgegenkommen. Was dann abging, habe ich so noch nie erlebt. Beide Mobs stiefelten sich in Kurve und Gegengerade bis der Arzt kam, große Teile des Pöbels sprangen über den Zaun und setzten ihre langandauernden Kämpfe auf Tartanbahn und Spielfeld fort. Wie mir der Magdeburger Shovelhead, der dieses Spiel am Fernseher verfolgte, mal erzählte, wurde dann die Liveübertragung "aus technischen Gründen" unterbrochen, obwohl bis dahin jeder Fernsehzuschauer mitbekommen hat, was tatsächlich lief.

Würde dieses Spiel dann doch klar den Rot-Weissen zuschreiben. Viele Jahre später sah man mal im Fernsehen ansatzweise was ähnliches bei der bereits oft zitierten Kölner Nikolaus-Aktion auf Schalke. Aber das war sowohl von der Dauer als auch von den Massen her nicht zu vergleichen.

Ein paar Jahre zuvor erlebte ich in Erfurt eines meiner ganz großen Highlights, als Jena mit 4.000 - 5.000 Leuten dort aufschlug. Wenn mich meine Erinnerung nicht trügt, müßte das so um ´78 - ´80 gewesen sein. Erfurt in der Tabelle mal ausnahmsweise vor dem verhaßten Erzrivalen. Jeder wollte dieses Match sehen. Im Stadion waren offiziell 34.000 Zuschauer, obwohl das Dimitroff-Stadion damal nur 30.000 Fassungsvermögen hatte. Dennoch standen Tausende vor den Toren.

Der Zeissmob lief geschlossen in imposanter Stärke Richtung Stadion. Dort angelangt, ging´s auch sofort rund. Nachdem vereinzelte Erfurter, die nicht schnell genug wegkamen, heftig zerlegt wurden, kamen die Jungs aus der ersten Reihe auf die Idee, doch mal dem ganzen rot-weissen Gastgebermob "Hallo" zu sagen. Wenn ich mich recht erinnere, mußte man hinter der Gegengeraden zunächst die Treppen runter und dann vor der Erfurter Kurve wieder rauf.

Mit Gebrüll lief man von hinten in die wirklich imposante Erfurter Kurve rein. Die Massen stürzten nach unten und liefen erst mal in alle Richtungen auseinander. Klassischer Fall von Gruppendynamik, da zunächst keiner die Peilung hatte, was da abging. Die restlichen Jenenser schlossen umgehend auf, so dass da nahezu die komplette RWE-Kurve Richtung Haupttribüne rannte, wo es dann heftigst knallte. Irgendwann hatte jeder dann erst mal genug. Die Erfurter sammelten sich wieder auf ihren angestammten Plätzen, wir in der selben Kurve auf der anderen Seite. Mittlerweile waren einige Hundertschaften Bullen zwischen beiden Blöcken, die man bis dahin kaum wahrgenommen hat.

So standen da nun zwei nahezu gleichgroße Mobs ca. fünf Meter voneinander entfernt und bepöbelten sich gegenseitigt. Jena gewann dieses Match mit 2:1. Was ich bis heute nicht so recht begreife, ist, dass es da während des Spiels zu keinen weiteren Krawallen kam. Nach der Partie das gleiche Bild wie vor dem Spiel, geschlossene Kurve auf die Straße und den Erfurtern hinterher. War ein phantastisches Erlebnis, und obwohl Jena in EF oftmals sehr gut aussah, war dieses eine Spiel doch etwas ganz Herausragendes, denn derart den Affen in Erfurt zu machen, hat wohl niemals ein anderer zuvor oder danach geschafft.

Gab natürlich auch Spiele, wo die Kräfteverhältnisse umgekehrt waren. Letztlich, zumindest mir, relativ egal, wer da wann den Längsten hatte. Die Spiele zwischen diesen beiden Rivalen hatten und haben es nach wie vor extrem in sich, ein echtes Highlight auch für "Neutrale". An der Stelle einfach mal ein paar Grüße in die Blumenstadt. Auch wenn es sich um sogenannte Erzfeinde handelt, sowas wie Hass habe ich gegen die Rot-Weissen nie gehegt, aber natürlich waren es für uns immer die Spiele des Jahres.

Ein weiterer Knüller war natürlich das Pokalfinale 1980 zwischen diesen beiden Rivalen. Verdient aber einen eigenen Eintrag...
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  #35 (permalink)  
Alt 16.02.2006, 18:20
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Zitat:
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hehe an rostock kann ich mich noch gut erinnern

war ein schöner tag den ich gerne in erinnerung behalte *g*
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  #36 (permalink)  
Alt 19.02.2006, 00:56
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Standard AW: DDR-Historie: Geschichten

kann mich VFB-Siggi nur anschließen, Erfurt-Jena waren und sind heute noch absolute Klassiker, wobei jedoch die ganz großen Aktionen seltener geworden sind.

Zum Thema Ost-Fussball will ich kurz meine Kentnisse über Erfurt loswerden:

Wie bereits unten erwähnt waren die Jungs von der legendären OST-KURVE in den 80-90'ern absolut tonangebend! Legendär ist nicht nur so dahin geschrieben, selbst heute haben jüngere C'ler immer noch großen Respekt vor den inzwischen etwas älter gewordenen Haufen, welche sich immer noch bei jedem HS im Rudel auf der Haupttribüne treffen. Kenne zwei von der aktiven Kickerei im Fussballverein persönlich, da hört man Storys, wenn die nur zur Hälfte wahr sind, bin ich ein Engelskind (trotz meiner 5 Jahren SV + nettes 1.Seite-Foto in Action auf einer großen Tageszeitung...)!!! Sei's drum, diese Storys sollen die erzählen, die dabei waren.

Gegen 1991-1993 gründeten sich die EF-Parolis, Grüße an alle, die ich hier mit Namen nicht erwähnen darf! Recht netter Haufen, der zur damaligen Zeit auch definitiv eine Rolle im Osten spielte. Nette Storys gab es fast jedes Wochenende, da es damals in der Oberliga sowie spätere Regionalliga fast nur gegen Ost-Klubs ging, Magdeburg, Lok Leipzig, BFC usw... Viele Dates auf der grünen Wiese bzw. einen Haufen Spass im Stadion, damals ging das noch wesentlich besser als heute, glaubt mal. Ein leichtes zur damaligen Zeit, Platzstürme zu bewältigen bzw. sich während des Spieles direkt am Gästeeingang zu plazieren und zur abgemachten Zeit kamen dort alle Gleichgesinnten rausgerannt zur Hauerei. Bis die Grünen überhaupt begriffen, was geschah bzw. irgendetwas machen konnten, war auch schon wieder alles vorbei und wir waren befriedigt. Waren damals sowieso alles nur VOPOS von den normalen Abteilungen, die waren froh, wenn Sie selbst nichts auf die Mütze bekamen.

Etwa zur gleichen Zeit machten wir viel gemeinsam mit den Jungs aus Chemnitz, einige gemeinsame Aktionen bescherten uns sogar einmal szenetechnisch offizielles Länderspielverbot, was einige BFC'ler 4 Jungs von uns am HBF Dresden auch eindringlich klargemachten! Das Ende der Freundschaft mit Chemnitz nahm seinen Anfang nach einer Aktion gegen Dresden-Hools in Ronneburg, welche wohl etwas aus dem Ruder lief und ziemlich derb ausging. Dumm war wie immer, einer machte ein Video, was dann bei einer Hausdurchsuchung gefunden wurde... Ok, andere behaupten, es hätte jemand gepfiffen, um seine eigene Haut zu retten, naja jedenfalls soll der Eine oder der Andere anschließend in internen Chemnitzern-Kreisen bundesweit gesucht worden sein... Hierzu kein weiterer Kommentar, da es hier verdammt viele Aufklärungsaktivitäten seitens der Polizei gab, mit teilweise verherrenden Folgen für einige. So wurde ein Chemnitzer für mehrere Jahre in den Bau gesteckt, nur weil er ein Fitnessstudio betrieb, indem sich vorwiegend Hools aufhielten. Anklage: Gründen einer terroristischen Vereinigung (kann ich schreiben, da dies durch die Presse ging).

Jedenfalls lösten sich die EF-Parolis gegen 1998-99 wieder auf bzw. wurden ruhiger, da eine Vielzahl von jene sich nun vorwiegend in einer selbstgegründeten Security-Firma profilierten. Ein cleverer Schachzug vom Erfurter Verein, eben diese Jungs zu engagieren, um unseres schönes Stadion ab dato gegen Fussballkrawalle zu schützen bzw. die übriggebliebenen und neuen C'ler nun auch bei Auswärtsfahrten zu begleiten. Dies ist auch einer der Hauptgründe, warum es zwischen 1999-2003 ruhiger in den Stadien gewurden ist, bei denen Erfurt zu Gast war, wer geht schon gegen die eigenen Jungs bzw. legt sich mit den Alten an.

So ab 2000 aufwärts wurden dann verstärkt die Jung-Hools aktiv, welche nun ein paar Jahre später einen recht netten und auch aktiven Mob bilden. Problem zur Zeit ist noch, so scheint es, a bissl die Führung des ganzen Mobs, sollte es hierbei von einen geschafft werden, die ganze Bande unter einen Hut zu bekommen, wird man bestimmt in naher Zukunft wieder einiges vernehmen können. Am besten so einen wie bei den EF-Parolis, werde nie vergessen, wie er bei einem Heimspiel gegen Jena uns (etwa 250 Spassorientierte) "freundlich" bittete, vor den herannahenden gut bestückten Auswärtsmob seitens Jena, welcher mit 2-Fach Ring unserer Polizei-Fussballeinsatztruppe abgeschirmt wurde, bloß nicht zu weichen; Wortlaut: "Jeder, der schnelle Füße bekommt, besuche ich persönlich zu Hause!!!" Ende vom Lied war, das die Polizei die Straßenseite von der anderen Seite in Richtung Stadtpark bereits mit einer 3- Fach Kette dichtmachte, in welche wir nun nach der unumgänglichen Schlägerei mit der Jena-Mob Polizei flüchten mussten. Als wir draufrannten, um nur irgenwie aus dieser ziemlich beschissenen Lage rauszukommen, hinter uns knüppelnde Grüne + kompletter Auswärtsmob, vor uns diese 3 Reihen, welche sich in Abstand von ca. 2 Metern zueinander postiert hatte, hörten wir nur noch, das ein Grüner laut rief: "Nur auf die Köpfe"!!! Hab noch nie soviel Leute auf einmal umfallen sehen wie damals, jene die es irgendwie durch die Reihen schafften, fanden sich nun im stockdunklen Stadtpark wieder, die Polizei hinterher. Überall rennende Typen kreuz und quer, kein Schein, ob Freund oder Feind, Schreie aus allen Ecken; Leute glaubt mir, das will ich aber auch nicht nochmal erleben!!! Aber irgendwie cool war es trotzdem.

Geile Aktionen der Neuzeit waren z.B. beim Spiel in Offenbach, besser gesagt auf der Zugrückfahrt, als man Nachts gegen 23.30Uhr 30min Aufenhalt in Bebra hatte. Die mitgefahrenen grünen Begleiter dachten wohl, das wir alle bereits müde wären oder was weis ich denn, jedenfalls verließen uns der Großteil und fuhren mit Ihren Sixpacks wieder at home. Großer Fehler!!! Ein paar Jungs rannten aus dem Zug Richtung Tanke, der Rest dachte wohl irgendetwas geht und rannte nach. Als der 200köpfige Mob, darunter 40 C'ler durch Bebra spazierte, kamen ein paar Ultras und teilten mit, das Sie eben Ärger mit einigen Barbesuchern hatte, welche Sie nicht reinlassen wollten (Warum bloß...lol). Als man dann dort ankam, erwarteten uns schon etwa 40-60 Typen von der älteren "Dorf-Jugend" mit Basis und lauter so einen Mist, KIRMESFEIER! Freude pur, ich glaub, die Kneipe hat heut immer noch geschlossen. Ein paar andere plünderten wohl zwei Tankstellen und brachten alles mit in den Zug, die lustigste Heimfahrt, die man jeh erlebt hat.

Die anderen offiziellen Aktionen konnte man ja aus der jeweiligen Presse entnehmen, Pokalspiele in Gotha gegen Jena, Fulda gegen die Grünen, ab und wann Dresden, Schweinfurt usw... Die anderen Aktionen bleiben hier unerwähnt, Warum ist klar!!!

Fakto, heute gibt es Kontakte zu Halle sowie zu Lok Leipzig, welche sich ab und zu auch mal zu öffentlichen Scharmützeln hinreisen lassen, der größte Teil findet aber immernoch auf Wiesen statt. Grund ist klar, heute bekommt ja jeder, der nur an den Stadionzaun pinkelt, 5 Jahre SV. Trotzalledem sammelt sich immer ein beträchtlicher Mob bei jeden interessanten HS, welches es erwischt hat, während des Spiels vor dem Stadion. Dies führte bereits des öfteren zu guten Aktionen, Stichwort Frankfurt Pokal usw.

Solls erstmal gewesen sein, hoffe damit ein wenig dem Verständnis der ostdeutschen Szene, speziell EF geholfen zu haben.
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  #37 (permalink)  
Alt 19.02.2006, 13:33
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Standard AW: DDR-Historie: Geschichten

Sehr schön, dass es hier auch unter (früher dabeigewesenen) ärgsten Rivalen korrekt und sportlich fair zugehen kann und man auf sinnloses Gepöbel a la ihr seid doch Scheisse, Dummschwätzer etc. verzichtet, danke! Gruß an den rot-weissen Kollegen unter mir. Und wenn wir schon mal beim Thema sind, kann man ja noch ein bißchen in der Erinnerungskiste kramen.

Weiß jetzt echt nicht mehr, wann genau das war, sicher auch so +- zwei, drei Jahre um 1980 rum. Pokalspiel (Viertelfinale?) Erfurt - Jena. Das war das erste Mal, wo meine ganz persönliche Krawallidylle bröckelte. Man fuhr, wie in den Jahren zuvor, relativ siegessicher nach Erfurt, da man zu der Zeit dort ja recht gut aussah. Der Mob des ersten Zuges, so um die 600 - 700 Leute lungerte vor´m Erfurter HBF rum und wartete auf Züge mit weiteren Kameraden.

Plötzlich Gegröhle im Bahnhof, was man aber keinem Verein zuordnen konnte. In Erwartung der eigenen Leute lief man freudig in die Bahnhofshalle, als sich dort ´ne Menge mit rot-weissen Schals die Treppe runter wälzte. Beim gegenseitigen Anblick des jeweiligen Gegners blieben beide Mobs wie erstarrt stehen. Die Erfurter schienen bereits den Rückzug antreten zu wollen, als plötzlich unsere erste Reihe, die für mich bis dato nahezu einen Gottstatus hatte, panikartig auf dem Absatz kehrt machte, und dabei natürlich z.T. auch die eigenen Leute überrannte. Einige wurden auf der Flucht förmlich durch die Glastüren geschleudert.

Weiß bis heute nicht, warum das so ´ne Wendung bekam, denn die Erfurter machten überhaupt keine Anstalten, auf uns drauf zu laufen. Jedenfalls war unsere Flucht für die das Signal, sofort nachzusetzen. Taktisch völlig desolat lief unser Pöbel in alle möglichen Richtungen auseinander, so dass überall nur noch versprengte Gruppen von 15 - 30 Leuten unterwegs waren, die es dann auch sehr ordentlich erwischt hat. Ich kam noch relativ glimpflich davon, da zu der Zeit noch mit brauchbarer Geschwindigkeit unterwegs.

Irgendwie herrschte das total Chaos rund um die Bahnhofsgegend, überall kleinere und größere Scharmützel und nirgends auch nur ein Bulle in Sicht. Plötzlich wieder Gegröhle im Bahnhof, diesmal Gott sei Dank die eigenen Leute, so dass sich die Erfurter blitzartig zurückzogen und man selbst erst mal wieder durchatmen konnte.

Auf dem Weg zum Stadion gab es keine weiteren Attacken, da unser Mob nun doch eine recht stattliche Größe erreichte und weit und breit kein Rot-Weisser mehr zu sichten war.

Während des ganzen Spiels hatte man irgendwie ein mulmiges Gefühl, in Erwartung dessen, was da wohl nach dem Kick kommen würde. Die Erfurter waren offensichtlich, zusätzlich motiviert durch ihren Sieg vor der Partie, extrem heiß an diesem Tag. Vorsichtshalber verstaute man seine Fanklamotten schon mal unter der Jacke etc., da das Selbstbewußtsein doch erheblich gelitten hat. Das Spiel wurde im Elfmeterschießen entschieden, und die gesamte Erfurter Kurve war nach dem letzten (für sie) erfolgreichen Treffer in null komma nix verschwunden, um uns sofort entgegen zu laufen anstatt ihren Erfolg zu feiern.

Auf beiden Straßenseiten liefen mehr oder weiniger kleine Gruppen von uns in zivil Richtung Bahnhof, ca. 3000. - 4.000 Erfurter geschlossen hinter uns her. Natürlich verloren einige (verständlicherweise) die Nerven und rannten los. Wieder wirres Durcheinander, die Erfurter kloppten auf alles ein, was ohne Fanklamotten unterwegs war, denn es war ja offensichtlich, dass das nur wir sein konnten und nicht alles Familienväter auf ´nem WE-Spaziergang. Das es dabei auch wirklich Unbeteiligte erwischt hat, passiert halt auch mal.

Von den Rot-Weissen getrieben sammelte man sich dann doch wieder im Park vor´m Bahnhof und wollte sich geschlossen zur Wehr setzen. Immerhin waren wir ja auch mit ca. 2.500 Leuten unterwegs. Angesichts dieser plötzlichen Wendung hielten sich die Erfurter erst mal zurück, zumal jetzt auch jede Menge Viehtransporter der Bullerei anrückten. So stand man nun da, das Herz schon längst in die Hose gerutscht, aber es kam zu keinen weiteren Auseinandersetzungen. Der Erfurt-Mob löste sich allmählich auf, da man wohl keine Chance mehr sah, an uns ran zu kommen, wir liefen geschlossen zum Bahnhof.

Warum auch immer, das weiß ich jetzt echt nicht mehr, waren nahezu alle unsere Jungs abgereist. Wir blieben noch mit einer Gruppe von vielleicht 200 Leuten übrig und warteten am Gleis auf den nächsten Zug Richtung Jena. Am Bahnsteig gegenüber stand dann ein Zug mit sicher 300 Erfurtern drin. Vermutlich Richtung Gotha oder so und wahrscheinlich auch dieselben, die uns am Vormittag zum Laufen brachten.

Auch wenn wir in zivil da rumstanden, waren wir freilich als Jenenser erkennbar. In den Mobs kam Unruhe auf, aber keine machten Anstalten, auf die jeweils andere Seite loszustürmen. Man hatte schon einen recht großen Respekt vor dem jeweils anderen Pöbel. Und dann kam eine Aktion, die letztlich doch sehr versöhnlich stimmte. Die Erfurter präsentierten uns aus den Fenstern ihres Zuges stolz ihre gerupften Trophäen, woraufhin ganze fünf (!!!) Leute unserer ersten Reihe, von denen ich als Picco vorher noch so enttäuscht war, ganz langsam auf den anderen Bahnsteig rüber liefen und direkt in deren Zug rein. Die haben es tatsächlich geschafft, alle gezockten Schals und Fahnen wieder rauszuholen, wurden dabei auch heftig mit Tritten in die Fresse attackiert, kamen aber dennoch relativ unbeschadet wieder raus. Unsereins stand nur staunend am anderen Gleis und gaffte sich sabbernd diese Hammeraktion an.

Weder die Erfurter noch wir trauten sich nach der Aktion, komplett aufeinander loszugehen, und meine persönliche Krawall-Poesie-Welt war wieder halbwegs in Ordnung. Nach rund einem viertel Jahrhundert richtet es sicher keinen Schaden an, hier auch mal die Namen der damaligen Helden zu nennen. Wer wie ich eine ca. 40-jährige Zeiss-Schlampe ist und damals am Start war, dem werden Leute wie Sparschwein, Frankie, Scheffel, Nürnberger und der dicke Werner sicher ein Begriff sein. Danke, für diese affengeile Aktion!

Trotz allem hat dieses Spiel zunächst Spuren hinterlassen, und man fuhr einige Jahre zwar in gewohnter Stärke, aber doch erst mal lieber zivil nach Erfurt, bis sich einige Zeit später die Kräfteverhältnisse wieder einpegelten. Beide Seiten hatten über all die Jahre krasse Aktionen im Angebot, und egel, wie es seinerzeit ausging, es war einfach nur hammergeil, dabei gewesen zu sein!

Geändert von VfB-Siggi (19.02.2006 um 13:37 Uhr)
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  #38 (permalink)  
Alt 24.02.2006, 17:23
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dynamomitte is on a distinguished road
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Dresden-Bochum-BFC
Keine Ahnung mehr wann das war,ich glaube im letzten Bundesliga jahr von Dresden.
Ungefähr 35 BFC waren vor Ort in Dresden,nachdem die Bochumer erfolglos etwas mit den Dresdnern was starten wollte,empfahlen sich wir BFC'er.Etwa 20 Bochumer starteten dann gegen 30 von unserer Seite.Es ging gut und gerne so 10 Minuten,partout(respekt) die hälfte der Bochumer lagen und trotzdem gaben Sie erst nach 10 Minuten auf.War ein geiles Matsch und die Polizei störte nicht mal.
Wiedererum in Dresden,ich glaube es war die Auswärtsfahrt nach dem Abstieg der SGD,das wir die Ortspolizei einreden konnten,das es der defenetive falsche Weg zum Stadion ist,müssten ja ein paar Dresdner noch kennen.
Habe diese Sache hier rein gestellt da die damaliege Regionalliga in etwa der Oberliga der DDR entsprach.
1989 Der BFC und Dresden in Cottbus.Supercupfinale.2000 Berliner und so ca.8000 Sachsen,der Tag ist defenetiv an den BFC gegangen,obwohl einige BFC'er so nicht ganz tolle Begegnungen am BHF wohl hatten.
wrwg
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  #39 (permalink)  
Alt 24.02.2006, 18:05
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DDR-Geschichte aus Dresdner Sicht

Geiles Buch über die Dresdner Fan-Szene mit großem DDR-Rückblick

FCM-Page
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  #40 (permalink)  
Alt 17.04.2006, 22:26
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Shovelhead is on a distinguished road
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Mensch, Siggi, alte Zeiss-Schlampe, les' das jetzt erst ... ! Respekt, Respekt, geile Berichte! Da ist man mal 'n paar Monate nicht hier und dann sowas ...
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