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Neues Buch: Stadionpartisanen – Fans und Hooligans in der DDR

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  #11 (permalink)  
Alt 29.08.2007, 19:30
Junior Hooligan
 
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Anno 1887 is on a distinguished road
Standard AW: Neues Buch: Stadionpartisanen – Fans und Hooligans in der DDR

Irgenwann letzte Woche gab es auf Phönix eine Reportage, die über den Rechtsradikalismus in der DDR berichtete .. und da waren die Fußball-Fans demnach sehr aktiv ..

Was mir auffiel, daß dort 1986 Bomberjacken sehr häufig vertreten waren und es gab einige heftige Old-School-Aktionen aus den Stadien zu sehen ;-)

Meine Frage: Wie heftig waren denn die Strafen .. Anzeigen etc. wie bei uns .. oder ging es gleich in den Bau?

.. oder gab es gar nicht soviel, weil es so etwas doch eigentlich gar nicht in der ehemaligen DDR geben konnte / durfte ? ;-) .. steht sicherlich im Buch, aber noch hab´ ich es nicht :-(

Danke im Voraus für eventuelle Antworten :-)
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  #12 (permalink)  
Alt 29.08.2007, 22:16
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Moncada is on a distinguished road
Standard AW: Neues Buch: Stadionpartisanen – Fans und Hooligans in der DDR

Zitat:
Zitat von Anno 1887 Beitrag anzeigen
Meine Frage: Wie heftig waren denn die Strafen .. Anzeigen etc. wie bei uns .. oder ging es gleich in den Bau?
He, es ging alles rechtsstaatlich zu.
Letztendlich greift das Buch aber zu kurz, wenn es - ich habe es noch nicht - lediglich die 80er Jahre beleuchtet, die eigentlich nur das DDR-Endstadium im Fußball darstellen. Die Szene der Stadionpartisanen war schon in den 70ern deutlich vielfältiger als nur "Hooligans". Wenn es abging, machten viele mit. In den Stadien gab es keine / kaum Blocktrennung im heutigen Sinne. Und so eine Polizeikette im Stadion wie im Video war nicht die Regel.
Und man hatte genügend Auswärtstouren, wo abseits der Stadien, beim Vormittagsspaziergang durch die Stadt, faktisch keine Polizei zu sehen war und man "allein auf sich gestellt" war. Von solchen "Brennpunkten" wie Suhl und Böhlen abgesehen, konnte man überall was erleben. Und wenn es bei der Durchreise auf dem Leipziger Hbf. war.
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  #13 (permalink)  
Alt 30.08.2007, 09:40
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VfB-Siggi is on a distinguished road
Standard AW: Neues Buch: Stadionpartisanen – Fans und Hooligans in der DDR

Zitat:
Zitat von Anno 1887 Beitrag anzeigen
Irgenwann letzte Woche gab es auf Phönix eine Reportage, die über den Rechtsradikalismus in der DDR berichtete .. und da waren die Fußball-Fans demnach sehr aktiv ..

Was mir auffiel, daß dort 1986 Bomberjacken sehr häufig vertreten waren und es gab einige heftige Old-School-Aktionen aus den Stadien zu sehen ;-)

Meine Frage: Wie heftig waren denn die Strafen .. Anzeigen etc. wie bei uns .. oder ging es gleich in den Bau?

.. oder gab es gar nicht soviel, weil es so etwas doch eigentlich gar nicht in der ehemaligen DDR geben konnte / durfte ? ;-) .. steht sicherlich im Buch, aber noch hab´ ich es nicht :-(

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Das mit dem Rechtsradikalismus ist absoluter Blödsinn. Der normale Fußball-Rocker zu DDR-Zeiten hatte, wie nahezu jeder andere Bürger auch, einfach nur einen Hass auf diesen Staat, hatte aber null und nichts mit Neofaschismus zu tun.

Ansonsten hat Moncada schon kurz angerissen, was damals usus war. Wenn Dich das Thema interessiert, kannst Du Dich mal durch das Veteranen-Forum wühlen.
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  #14 (permalink)  
Alt 27.09.2007, 22:21
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Moncada is on a distinguished road
Standard AW: Neues Buch: Stadionpartisanen – Fans und Hooligans in der DDR

Zitat:
Zitat von VfB-Siggi Beitrag anzeigen
Das mit dem Rechtsradikalismus ist absoluter Blödsinn. Der normale Fußball-Rocker zu DDR-Zeiten hatte, wie nahezu jeder andere Bürger auch, einfach nur einen Hass auf diesen Staat, hatte aber null und nichts mit Neofaschismus zu tun.
Habe das Buch gelesen. Ich weiß nicht, wie es auf Leute wirkt, die die DDR und deren Fußball der 70er und 80er Jahre nicht selbst erlebten, aber mir hat es gefallen.

Positiv: Überwiegend kommen die Leute vom BFC und von Union selbst zu Wort. Bestätigt wird, dass der "Rechtsradikalismus" vor der Wende nichts mit Naziideologie in den Köpfen zu tun hatte, sondern "nur" blanke Provokation war (siehe obiges Zitat von VfB-Siggi). Und wie konnte man die DDR-Oberen, die ihren Staat als perfekt antifaschistisch verstanden, besser provozieren?

Negativ: Das Buch ist wie die Versorgung in der DDR mit Bananen und Ketchup - stark berlinlastig. Es gab auch außerhalb Berlins viele nette, interessante Leute. Und ein bisschen nervt das teilweise Widerstands-Underdog-Getue der Unioner.
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  #15 (permalink)  
Alt 28.09.2007, 10:04
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VfB-Siggi is on a distinguished road
Standard AW: Neues Buch: Stadionpartisanen – Fans und Hooligans in der DDR

Finde ich eine treffende Einschätzung von Moncada, sehe das ähnlich.

Schön, dass wirklich Beteiligte was dazu sagen und nicht nur Analysen von außen stattfinden. Wer sich für Hintergründe von Krawallen und Motivation der Beteiligten im real existierenden Sozialismus interessiert, für den dürfte das Buch einiges bieten. Wer aber die mega Berichte von heroischen Schlachten mit literweise Blut und Bergen gebrochener Knochen erwartet, der sollte auf einen Kauf lieber verzichten.

Mein Fazit: Wie Moncada finde auch ich es schade, dass es sich im Buch nahezu ausschließlich um Berlin dreht. Klar hatten die beiden Vereine eine besondere Beziehung zueinander, die hatten andere Vereine aber auch, und mir hätte es gefallen, wenn dort auch Jungs anderer Clubs zu Wort gekommen wären. Für Leute, die das miterlebt haben, sicher ein interessanter (Rück)Blick in den Spiegel, wobei man das Spektrum wie gesagt erheblich hätte erweitern können, denn geile Stories gibt es von der Küste bis zum Thüringer Wald zu berichten. Allein die Action am Leipziger Hauptbahnhof in all den Jahren bietet genug Stoff für ein ganzes Buch. Vor diesem Hintergrund ist der Titel vielleicht nicht optimal gewählt.

Interessant in jedem Fall das Auftreten/die Arbeit der Sicherheitsorgane, insbesondere die Infiltrierung durch die Stasi.
Ansonsten fühlte ich mich beim lesen etwa wie ein Kölner, Düsseldorfer oder Essener, der sich ein Buch über die Fußball-80er in NRW kauft und sich dort alles "nur" um Schalke/Dortmund dreht. Sollte man durchaus mal gelesen haben, ist aber nichts, was man unbedingt haben muss.
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  #16 (permalink)  
Alt 01.10.2007, 16:02
Benutzerbild von Shovelhead
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Shovelhead is on a distinguished road
Standard AW: Neues Buch: Stadionpartisanen – Fans und Hooligans in der DDR

Das Buch einfach in "Stadionpartisanen – Fans und Hooligans in Ost-Berlin" umbenennen und dann passt das ...
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  #17 (permalink)  
Alt 11.10.2007, 22:00
Junior Hooligan
 
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Milliwall is on a distinguished road
Standard AW: Neues Buch: Stadionpartisanen – Fans und Hooligans in der DDR

Zitat:
Zitat von Anno 1887 Beitrag anzeigen
Irgenwann letzte Woche gab es auf Phönix eine Reportage, die über den Rechtsradikalismus in der DDR berichtete .. und da waren die Fußball-Fans demnach sehr aktiv ..

Was mir auffiel, daß dort 1986 Bomberjacken sehr häufig vertreten waren und es gab einige heftige Old-School-Aktionen aus den Stadien zu sehen ;-)

Meine Frage: Wie heftig waren denn die Strafen .. Anzeigen etc. wie bei uns .. oder ging es gleich in den Bau?

.. oder gab es gar nicht soviel, weil es so etwas doch eigentlich gar nicht in der ehemaligen DDR geben konnte / durfte ? ;-) .. steht sicherlich im Buch, aber noch hab´ ich es nicht :-(

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Ich denke die staatliche Verfolgung war eher subtil organisiert. Wenn man von seinem Berufswunsch an der Penne auf einmal umgelenkt wurde, konnte das mehr Schaden - auch seelisch - anrichten als mal in den Bau zu wandern, der ja wohl ein Witz ist heutzutage. Der Freund meiner Schwester hat einen Polizisten umgehauen und wanderte nach seinem Knastaufenthalt gleich Richtung Westen. Da es bei Chemie generell viele Republikflüchtlinge gab, fehlte uns die Hooligangeneration wie bei Lok. Bei Lok ging es erst viel später los, spürbar Mitte der Achtziger. Und so gepflegt waren die auch nicht, man muss sich nur mal die Bilder von S.K. im Lok-Buch anschauen. Die gepflegt-arroganten Chemiker stammten ebenso aus SED-Bonzenhaushalten wie ich (und waren aufgrund DDR-Mark-reicher Verwandtschaft Stammkundschaft der EXquisit-Geschäfte). Und wie die Unioner, einen habe ich jahrelang in Ahrenshoop bewundert. Dieser Ort war das Worpswede des Ostens.
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