An diesem Wochenende hat die Bundespolizei hart durchgegriffen: Nach den Ausschreitungen randalierender 96-Fans am vorvergangenen Wochenende untersagten die Beamten an diesem Sonnabend und am Sonntag insgesamt neun gewaltbereiten Fans die Zugfahrt nach Wolfsburg und Bremen.
Nach Angaben von Behördensprecher Frank Hasewinkel handelte es sich um Fans, die an den Vorfällen in Hannovers Altstadt und in Achim bei Bremen beteiligt waren und in der „Gewalttäterdatei Sport“ registriert sind – allerdings sollen unter ihnen keine Rädelsführer sein. Diese habe die Bundespolizei in Gewahrsam genommen, sodass sie auch auf anderem Weg nicht hätten zu den Spielen gelangen können. Die Bundespolizei rechtfertigt das Vorgehen mit gesetzlichen Gefahrenabwehrmaßnahmen. „Gewalttätige Fans müssen sich daran gewöhnen, dass sie künftig nicht die Bahn nutzen können, wenn sie durch ihr Verhalten Straftaten begehen und für andere Reisende und Einsatzkräfte eine Gefahr darstellen“, sagte Einsatzleiter Peter Jördering.
Die Polizisten hatten bereits am Sonnabend vor dem Spiel des Hamburger SV in Wolfsburg im Tunnel des Hauptbahnhofs eine Kontrollstelle eingerichtet. Dabei zogen sie drei 96-Fans heraus, die sich als Teil der „Nordkoalition“ verstehen und offenbar gegen die Wolfsburger zu Felde ziehen wollten. Bei zwei weiblichen HSV-Fans, die in Hannover umsteigen wollten, fanden die Beamten zudem Feuerwerkskörper in der Unterwäsche. Gegen sie wurde Anzeige wegen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz erstattet.
Anfang Februar waren gut 50 hannoversche Ultra-Fans durch die Kramerstraße gezogen und hatten die Gaststätte Schateke mit Pflastersteinen beworfen – dort hielten sich rund 140 Fans des VfL Wolfsburg auf. Die Polizei hatte den Pulk bemerkt und eine Schlägerei verhindert. Bereits am Vortag war es in Achim bei Bremen zu Krawallen gekommen.
Polizei stoppt gewaltbereite Hannover-96-Randalierer Hannover Nachrichten / www.SN-Online.de